PROJECT TOSA

Im Februar 2024 machte sich ein Team aus acht deutschen Ärzten und Pflegekräften auf die lange Reise nach Tosamaganga, Tansania. Das Ziel: Hilfe für tansanische Kinder.

Ich heiße Janis Farhat und bin Fotograf. 
Ich hatte die Möglichkeit, das Team mit der Kamera zu begleiten. In dieser Foto-Story möchte ich euch die Arbeit vor Ort näherbringen und von den Erfahrungen des Teams berichten.
Die Bilder zeigen zum Teil verletzte Kinder und offene Wunden. 
Ziel dieser Reihe ist es aber nicht, mit grausamen Bildern zu schockieren, sondern die Geschichte des medizinischen Teams so ehrlich wie möglich wiederzugeben. 
Dabei lässt es sich nicht immer vermeiden, Blut zu zeigen.
Für alle, die diesen Hilfseinsatz unterstützen möchten:
Jeder Beitrag hilft dem Team, notwendige Hilfe für Kinder in Afrika zu leisten!
Die Anreise
Der Einsatz dauerte insgesamt 17 Tage. 4 Tage davon waren für An- und Abreise eingeplant. 
Noch vor der Ankunft in der Unterkunft wurde das Team am Tosamaganga Hospital empfangen. 
Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits 40 Stunden unterwegs. 
Die Unterkunft lag zwei Kilometer vom Krankenhaus entfernt. Dort wurde das Team nicht nur mit Schlafplätzen, sondern auch täglich mit Frühstück und Abendessen versorgt.

Jedes Teammitglied reiste mit zwei großen Koffern an, um so viel Equipment und Medikamente wie möglich zum Einsatzort zu bringen. 

Am ersten Abend wurde zunächst der Versuch gestartet mit der instabilen WLAN-Verbindung die Familien in Deutschland zu erreichen, was nach einigen Versuchen glücklicherweise auch gelang. Anschließend fielen alle erschöpft ins Bett.
Die meisten von uns wurden bereits vor Sonnenaufgang von den Kirchenglocken und dem Krähen des Hahns wieder aufgeweckt. 
Der Erste Tag
Der Ankunftstag war ein Samstag, und so stand gleich am ersten Morgen der sonntägliche Kirchenbesuch an. Der traditionelle katholische Gottesdienst wurde von Father Benjamin in Suaheli gehalten und von einem Nonnenchor begleitet. Father Benjamin ist gleichzeitig der orthopädische Chirurg, Direktor des Tosamaganga Hospitals und unser Gastgeber.
Am Ende des Gottesdienstes wurde das Team nach vorne gebeten und vom Teamleiter Naim vorgestellt. Die Chormitglieder amüsierten sich sehr darüber, aber warum sie lachten, wissen wir bis heute nicht.
Direkt nach dem Gottesdienst ging es zum Krankenhaus.
Schon vor dem Eintreffen des Teams hatten sich unzählige Menschen vor dem Gebäude versammelt, in dem das Krankenhaus den deutschen Ärzten und Pflegern einen Operationssaal zur Verfügung gestellt hatte. 
Im Radio und auf großen Plakaten in der Stadt wurde angekündigt, dass ein Team aus Deutschland kommen würde, um kostenlos Kinder zu operieren. 
Allerdings wurde das falsche Datum angegeben, so dass viele Familien mit ihren kranken oder verletzten Kindern bereits zwei Tage vor dem Krankenhaus auf die Ankunft des Teams gewartet hatten.
Trotzdem wurden wir mit Freude und Dankbarkeit in Empfang genommen. 
Die beiden großen Ziele des Tages waren: So viele Voruntersuchungen wie möglich durchzuführen und den Operationssaal einsatzbereit zu machen.
Das Screening der Patienten diente dazu, den Einsatz so effektiv wie möglich zu gestalten. Hier entschieden die Ärzte, welche Patienten operiert werden mussten und bei welchen eine Operation nicht notwendig oder nicht möglich war. 
Dazu wurden die Kinder mit jeweils einer Begleitperson in eine Ecke des Gebäudes geführt, die mit einem großen Tuch abgeschirmt war. Die Untersuchung dauerte in der Regel nur wenige Minuten. Der Name des Kindes und der Befund wurden zusammen mit den Kontaktdaten notiert. Wenn eine Operation möglich war, machten die Ärzte auch Fotos vom Befund.
Einige Kinder verließen mit ihren Familien an diesem Tag das Krankenhaus in der Hoffnung, in den nächsten Tagen kontaktiert und zur Operation geladen zu werden; andere kehrten nach Hause zurück.
Viele von ihnen hatten eine mehrstündige Anreise auf sich genommen, um nach Tosamaganga zu kommen.
Eines der Kinder, das die Ärzte auf ihre Operationsliste setzten, ist Frily.
Er hatte zwei Jahre zuvor Verbrennungen an der linken Schulter erlitten. 
Aufgrund der Narbenkontraktur konnte Frily seinen Arm nicht über 45 Grad heben. 
Solche Einschränkungen sind in diesem Teil der Welt nicht ungewöhnlich. In den zwei Wochen, in denen die Chirurgen aus Deutschland in Tansania waren, haben sie insgesamt 12 Kinder mit solchen Verbrennungsfolgen operiert. 
In Deutschland sind solche Folgen dank guter Erstversorgung und gesetzlicher Krankenversicherung sehr selten.
Während die Chirurgen draußen die vielen jungen Patienten untersuchten, sorgte der Rest des Teams dafür, dass am nächsten Morgen die Operationen beginnen konnten.
Die mitgebrachten Medikamente und Werkzeuge mussten ausgepackt und sortiert, die vorhandenen Maschinen nach langem Stillstand wieder in Betrieb genommen werden. 
Manche Kinder, die zur Untersuchung gekommen waren, brauchten sofortige Hilfe.
Sie hatten Verbrennungen erlitten, die entweder gar nicht oder nur unzureichend behandelt worden waren und wiesen daher großflächige entzündete Hautareale auf. Bei solchen Wunden ist das Risiko einer Blutvergiftung so hoch, so dass hier sofort gehandelt wurde. 
Die entzündeten Stellen wurden desinfiziert und verbunden. Da der OP-Saal noch nicht einsatzbereit war, wurde diese Behandlung ohne Narkose im Vorraum des Operationssaals durchgeführt. Viele Kinder waren durch frühere Behandlungen traumatisiert und mussten teilweise von mehreren helfenden Krankenhausmitarbeitern festgehalten und beruhigt werden. 
Die Verletzungen lagen zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Wochen zurück.
Für uns alle waren diese Momente immer sehr eindrücklich. Der Gedanke daran, welche Schmerzen die Kinder in den vergangenen Wochen erlebt haben müssen und die gleichzeitige Dankbarkeit der Kinder nach der kurzen Behandlung werden uns im Gedächtnis bleiben.
Einen Teil der Kinder kannte das Team bereits von früheren Einsätzen in Ifunda, ebenfalls in Tansania.
Viele von ihnen wurden damals orthopädisch behandelt und kamen nun zur Kontrolle ins Krankenhaus. Hier konnten einige Erfolge der letzten Einsätze gesehen werden. So wurden beispielsweise bei der Behandlung von O- oder X-Beinen den Betroffenen kleine Metallplatten an der Wachstumsfuge des Knies eingesetzt, die dazu führen, dass sich die Fehlstellung im weiteren Wachstum mit der Zeit von selbst korrigiert. 
Bei fünf von diesen Kindern konnte das Team die Metallplatten bei diesem Einsatz wieder entfernen.
Das Screening wurde nach Sonnenuntergang im Schein einer Stirnlampe fortgesetzt. 
Das Team verließ das Krankenhaus gegen 20 Uhr.
Beginn der Operationen
Auch am zweiten Tag im Krankenhaus gab es noch Einiges zu organisieren, bevor es richtig los gehen konnte. Das Anästhesie- und Pflegeteam traf die letzten Vorbereitungen im Saal... 
...während das Chirurgenteam den OP-Plan erstellte, der festlegte, an welchem Tag und in welcher Reihenfolge die Operationen durchgeführt werden konnten.

An den meisten Tagen wurden drei bis fünf Operationen durchgeführt. Dabei wurde berücksichtigt, wie lange der jeweilige Eingriff dauerte, welche Instrumente benötigt wurden und wo die Patienten in der Zwischenzeit untergebracht waren. 
Patienten, die eine längere Anreise hatten, wurden bevorzugt zu Beginn des Einsatzes operiert, während Patienten, die in der näheren Umgebung von Tosamaganga wohnten, auch spontan kontaktiert werden konnten, wenn ein Patient nicht zur Operation erschien oder nicht erreichbar war. 
Anthony war der erste Patient des Einsatzes. Trotz des Beruhigungsmittels, das die Kinder eine halbe Stunde vor Beginn der Operation erhielten, hatte er große Angst, als er in den Operationssaal getragen wurde. Die Situation war ihm so fremd, dass er lieber gleich wieder zu seiner Mutter gebracht werden wollte, die im Vorraum wartete. 
Es dauerte rund 20 Minuten, bis das Team ihn so weit beruhigt hatte, dass er sich auf den OP-Tisch legen konnte.
OP-Pflegerin Gabi hat bereits alle sterilen Instrumente vorbereitet. Die sorgfältigen vorbereitenden Schritte sind für das Gelingen einer Operation und einen komplikationsfreien Heilungsprozess unerlässlich.
Während einer Operation arbeiten Chirurgen und OP-Pfleger immer steril. Dazu tragen sie spezielle Handschuhe, dürfen nichts anfassen, was nicht ebenfalls steril ist und die Hände nie unter Hüfthöhe sinken lassen. 
Ebenso dürfen unsterile Personen weder mit dem Instrumententisch noch mit den sterilen Personen in Berührung kommen. 
Auf dem Tisch liegen neben den Instrumenten bereits die sterilen Einwegkittel und -handschuhe für die beiden Chirurgen, die die Operation durchführen werden.
Es dauerte ein wenig, bis sich die Abläufe in der neuen Umgebung mit den neuen Kollegen eingespielt hatten. Bei Anthony war zuvor kein HIV-Test durchgeführt worden, so dass dieser während der Narkose nachgeholt werden musste. 
Die Tests wurden routinemäßig bei allen Patienten durchgeführt, um das Risiko für die Ärzte so gering wie möglich zu halten. Dabei wurde das Team vom lokalen Krankenhauspersonal unterstützt.
Wenn der Patient soweit vorbereitet ist, dass die Operation beginnen kann, werden die Chirurgen in den Saal gerufen. 
Steffi und Asem führten die Operation gemeinsam durch, nachdem sie sich mit Gabis Hilfe Kittel und Handschuhe angezogen hatten. Da die vorhandene OP-Lampe nicht genügend Licht spendete, mussten die Chirurgen mit Stirnlampen arbeiten. 
Bei dem siebenjährigen Anthony musste ein Nabelbruch operiert werden. Nach dem Kleinkindalter schließt sich diese Bruchöffnung nicht mehr von selbst und eine solche Operation können sich die meisten Menschen in Tansania nicht leisten.
Während ein Kind unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch lag, wurde bereits der nächste Patient für die Operation vorbereitet. Wer als nächstes auf dem Plan stand, durfte im Vorraum Platz nehmen. Das Krankenhauspersonal verabreichte das Beruhigungsmittel und führte den HIV-Test durch. Außerdem mussten alle Kleider ausgezogen und durch den OP-Kittel ersetzt werden. 
Manchmal, wenn sich die Operationen etwas verzögerten, warteten die Kinder dort eine Weile.
Das Krankenhaus
Außerhalb des Gebäudes ging der normale Krankenhausbetrieb weiter. Im Operationssaal und dessen Vorräumen merkte man davon wenig. Dies gilt allerdings nicht für den zweiten OP-Saal auf der anderen Seite des Ganges.
Da einer der beiden Säle für das Team aus Deutschland freigehalten wurde, hatte dieser zweite Saal eine Doppelfunktion: orthopädische Operationen und Kaiserschnitte.
Die orthopädischen Fälle wurden oft zurückgestellt, da es hier selten Zeitdruck gab. Kaiserschnitte wurden zwischen zwei und fünf Mal am Tag durchgeführt.
So erlebten wir während unserer Zeit im Krankenhaus viele Geburten. Einmal sogar Zwillinge! 
Die Neugeborenen wurden aus dem Operationssaal getragen und in mehrere Decken eingewickelt, welche die Mutter zuvor noch am Körper getragen hatte. Dann wurden sie auf die Neugeborenenstation gebracht. Allerdings nicht, bevor sie einige Zeit auf dem Arm eines der deutschen Teammitglieder verbracht hatten. 
Das Hauptziel der Mission war es, so vielen Kindern wie möglich zu helfen. 
Damit das Tosamaganga Hospital aber auch selbst besser in der Lage ist, Hilfe zu leisten, und damit zukünftige Einsätze des deutschen Teams so effektiv wie möglich sein können, war dem Team auch das Kennenlernen des Krankenhauses ein wichtiges Anliegen. Naim und Stefan machten mehrere Rundgänge über das Gelände und ließen sich die verschiedenen Abteilungen zeigen. 
Im Vergleich zu deutschen Krankenhäusern konnten die beiden an einigen Stellen Verbesserungspotential erkennen. Besonderes Interesse galt dem neuen orthopädischen Operationssaal, welcher sich noch im Aufbau befand. Es fehlte noch an Ausstattung und die Räume entsprachen noch nicht den hygienischen Standards. 
Ein weiteres Problem war, dass die vorhandene Narkosemaschine aufgrund mangelnden Know-hows des Personals nicht in Betrieb genommen werden konnte.
Auch aus diesem Grund hatte sich das Team zum Ziel gesetzt, dem Krankenhauspersonal so viel Wissen wie möglich zu vermitteln. Anfangs hatten viele wohl noch etwas zu viel Respekt, aber mit der Zeit zeigten immer mehr Interesse an der Arbeit des deutschen Ärzteteams. 
Nach einigen Eingriffen waren regelmäßige Verbandswechsel über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen notwendig. Das bedeutete, dass auch das einheimische Personal in der Lage sein musste, diese Nachbehandlung durchzuführen.
Inzwischen war Anthonys Operation erfolgreich abgeschlossen. Steffi und Asem hatten eine kurze Pause, während der OP-Saal für die nächste Operation, diesmal mit Christian als OP-Pfleger, vorbereitet wurde. 

Anthony blieb zur Sicherheit noch eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus.
Am nächsten Tag wurde sein Verband gewechselt und er konnte nach Hause gehen.
Tosamaganga
Tosmaganga ist eine kleine Stadt im Bistum Iringa. Zu der Gemeinde gehört eine Kirche, drei Grundschulen, zwei weiterführende Schulen, ein Kloster, ein Kinderheim, eine Einrichtung für Studenten und auch das Tosamaganga Hospital. 
Die Kirche spielt hier eine sehr große Rolle. Alle Institutionen, die bei uns in Deutschland vom Staat betrieben werden, sind hier Teil der kirchlichen Gemeinde. 
Das gilt auch für die Unterkunft, in der das Team untergebracht war. Sie liegt direkt am Fuße der Kirche. Von dort aus machten wir uns jeden Morgen zu Fuß auf den Weg zum Krankenhaus. Obwohl es um halb acht schon sehr warm war (besonders wenn die Sonne schien), genossen alle die Bewegung an der frischen Luft. Wenn man den ganzen Tag im Operationssaal verbringt, tut ein 20-minütiger Morgenspaziergang gut. 
Nur an manchen Tagen, wenn das Wetter zu nass war oder Ausrüstung ins Krankenhaus gebracht werden musste, wurde ein Transportfahrzeug organisiert. Meist handelte es sich um einen alten Toyota Geländewagen, der schon über 400.000 Kilometer auf dem Tacho hatte, oder um den Krankenwagen des Krankenhauses, der wahrscheinlich nicht weniger Kilometer auf den Zähler brachte.
Auf dem Rückweg vom Krankenhaus war das Auto meist das bevorzugte Fortbewegungsmittel, da es zu diesem Zeitpunkt oft schon dunkel war und es keine Straßenlaternen gab. Wenn jedoch die Möglichkeit bestand, den Heimweg vor Einbruch der Dunkelheit anzutreten, wurde auf den Fahrdienst verzichtet.
Auf diesen Wegen, von einem Ende des Dorfes zum anderen, hatte das Team auch die meisten Interaktionen mit dem normalen Leben in Tosamaganga. Menschen auf dem Weg zur Arbeit, Kinder auf dem Weg zur Schule, Unterrichtsstunden im Freien... Anfangs wurde die Gruppe fremd aussehender Menschen, die jeden grüßten, der ihnen auf dem Weg zum Krankenhaus begegnete, von den Einheimischen mit neugierigen Blicken bedacht. Doch mit der Zeit gewöhnten sie sich an uns und die Offenheit und Freundlichkeit der tansanischen Menschen wurde spürbar.
Der OP-Alltag
Im Krankenhaus entwickelte sich schnell eine Routine. Die OPs wurden vorgeplant, einer der Übersetzer kontaktierte die Patienten des nächsten Tages, damit diese pünktlich um 8 Uhr am OP-Gebäude eintrafen, die Patienten wurden vom Vorraum auf den OP-Tisch und nach der OP auf die Aufwach-Liege gebracht. Dort wurden sie noch eine Zeit lang überwacht, bevor sie auf die Station verlegt wurden. Zwischen den OPs wurde der Saal immer sorgfältig gereinigt. 
Jeden Morgen und jeden Abend machten sich ein paar Teammitglieder mit einem Übersetzer auf den Weg zur Visite auf der Station. Hier erkundigten sich die Ärzte nach dem Wohlergehen aller bereits operierten Patienten und legten fest, wann die Kinder zum Verbandswechsel zurück zum OP-Saal kommen sollten.
Am Ende des Einsatzes hatte das Team so viele Kinder operiert, dass ein Teil von ihnen keinen Platz mehr auf der Station gefunden hatte und daher in einen anderen Raum hinter dem OP-Gebäude verlegt wurde.
Einer von ihnen war Kiliba. Er hatte sich 6 Monate zuvor schwere Verbrennungen am Oberkörper und im Gesicht zugezogen, als seine Kleidung Feuer gefangen hatte. 
Damals war er drei Jahre alt.
Kilibas Vater, der den Unfall miterlebte, erlitt durch das Erlebnis einen emotionalen Schock, durch den er selber kurz darauf verstarb. 
Während Kilibas Aufenthalts im Krankenhaus wurde er von seiner Großmutter betreut. Bei einer der morgendlichen Visiten erzählte sie von der Situation, in der sich ihre Familie befand. Ihre Tränen konnte sie dabei nicht zurückhalten. Für alle von uns war dies ein sehr bewegender Moment. 

Auch Kilibas Narben haben zu Kontrakturen geführt, wodurch er eingeschränkte Bewegung in beiden Schulter- und beiden Ellenbogengelenken und nahezu keine Bewegung in beiden Händen hat. Für jedes Gelenk ist meist eine eigene OP nötig. Bei diesem Einsatz entschied sich das Team dazu, die rechte Hand zu operieren, um hier einen gewissen Grad an Funktionalität wiederherzustellen. 
Das Team hofft, dass es im nächsten Jahr die Gelegenheit hat, Kilibas Ellenbogen zu operieren. 
Frilys OP an der Schulter war für Valentinstag geplant. Zur Feier des Tages bastelte Christian aus den leeren Handschuh-Verpackungen weiße Rosen aus Papier.
Frily hatte sein Misstrauen in die neue Umgebung und die fremden Menschen noch nicht verloren, ließ sich aber trotzdem von Romy, der Anästhesistin, die Atemmaske auf das Gesicht setzen. Durch diese Maske werden die Patienten bei der Atmung unterstützt, während sie in die Narkose eintreten.
Zu Überwachung sitzen bei der OP immer Romy, Janusz oder Stefan neben den Patienten und gewährleisteten die ideale Betäubungstiefe. 
Bei einer Kontraktur-OP wird die vernarbte Haut entfernt, um wieder vollen Bewegungsumfang im Gelenk zu gewährleisten. Anschließend wird die Wunde mit Hauttransplantaten– meistens von der Leiste – bedeckt.
Eine derartige Operation wurde auch bei Nelvin durchgeführt. Bei ihm war es das rechte Knie, dass durch eine Kontraktur nicht gestreckt werden konnte. 
Sowohl Frily als auch Nelvin wurden zusammen mit Kiliba auf der Station untergebracht, um ihren Heilungsprozess überwachen zu können. 
Da sich das Team regelmäßig zwölf Stunden im OP-Gebäude aufhielt, wurde das Mittagessen vom Krankhauspersonal in großen Plastik-Töpfen vorbeigebracht. Die Mahlzeit bestand meistens aus Reis, Bohnen, Gemüse und einem Fleischeintopf. Das Team wechselte sich im OP-Saal stetig ab, sodass für jeden zwischendurch ein wenig Zeit war, etwas zu essen. 
Die regelmäßigen Verbandswechsel, die bei Hauttransplantationen notwendig sind, wurden ab Beginn der zweiten Woche auf einer zweiten Liege im OP-Saal durchgeführt. Am letzen Tag vor der Abreise planten die Ärzte keine neuen Operationen, sondern ausschließlich Verbandswechsel ein. 
An diesem Tag herrschte fast schon eine feierliche Stimmung, denn die Kinder erhielten zum Abschied Medaillen „Für besondere Tapferkeit“. Sie hatten sich in den wenigen Tagen sehr schnell an das Team aus Deutschland gewöhnt. Die Angst war verflogen und gute Laune hatte sich ausgebreitet.
Die zwei Wochen waren schnell vergangen.
 36 Kinder hatte das Team in der Zeit im Tosamaganga Hospital operiert. Alle Operationen waren ohne Komplikationen verlaufen.
Das Team verließ das Krankenhaus mit Zufriedenheit und dem Wissen, das Leben von 36 Familien verändert zu haben. Aber die Arbeit ist noch nicht zu Ende.
16 Kinder wurden bereits für den Einsatz 2025 eingeplant. Das Team wird wiederkommen!
Jetzt bist du dran!
Im Februar 2025 findet der nächste Einsatz statt und das Team ist für jede Hilfe dankbar.
Ob für Medikamente, Werkzeuge oder die Unterbringung des Teams... Jeder Beitrag hilft!
FEEDBACK
ABSENDEN
Vielen Dank!
Back to Top